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Karl Lauterbach: Eine Omikron-Infektion taugt „nicht als Impfersatz“

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Karl Lauterbach: Eine Omikron-Infektion taugt „nicht als Impfersatz“

News, die uns im Januar bewegen: Trotz mildem Verlauf: Neue Omikron-Variante „nicht als Impfersatz“ +++ Forscher:innen entdecken Schädigungen an Organen +++ 42 Kinder in Hannover bekommen erwachsenen Dosis des Corona-Impfstoffes Biontech.

Die wichtigsten News im BRIGITTE-Ticker

Was bewegt die Welt? Was bewegt die BRIGITTE-Redakteur:innen? In diesem Ticker fassen wir für euch die wichtigsten News im Januar zusammen.

7. Januar 2022

Neue Studie zeigt: Ungeimpfte sind durch eine Omikron-Infektion nicht ausreichend geschützt

Eine Studie aus Südafrika hat jetzt neue Erkenntnisse zur Immunität gegenüber einer erneuten Corona-Infektion gezeigt, nachdem man sich mit der Omikron-Variante infiziert hat. Über Twitter teilte Leif Erik Sander die wichtigsten Ergebnisse: Geimpfte würden nach einer Omikron-Infektion eine sehr gute Immunität gegen Omikron selbst, aber auch gegen die Delta-Variante zeigen. Ungeimpfte weisen nach einer Omikron-Infektion eine schlechte Immunität gegen Delta auf.

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) teilte den Tweet des Internisten und Lugenfacharztes, der an der Charité Berlin die Forschungsgruppe Infektionsimmunologie und Impfstoffforschung leitet. Für Lauterbach stehe damit fest, dass Omikron „nicht als Impfersatz“ taugt. Das spiele für die Debatte um die Impfpflicht eine Rolle, schrieb er auf Twitter.  

5. Januar 2022

Trotz mildem Verlauf kann es zu Langzeitfolgen nach einer Corona-Erkrankung kommen

Hamburger Forscher:innen entdecken Schädigungen an Organen – auch bei mildem Corona-Verlauf. Diese Erkenntnisse sind insbesondere für die neue Omikron-Variante wichtig, da sie meist nur zu einem leichten Verlauf führt oder die Erkrankten gar keine Symptome verspüren. Eine aufwendige Studie an der Universitätsklinik Hamburg-Eppendorf zeigt, dass Herz, Lunge, Nieren und Beine betroffen sein können.

Für die Reihenuntersuchungen wurden von Mitte 2020 an insgesamt 443 Menschen im Alter zwischen 45 und 74 Jahren nach einer SARS-CoV-2-Infektion mit nur leichteren Symptomen untersucht. Die Befunde wurden mit Teilnehmer:innen der laufenden „Hamburg City Health Study“ verglichen, deren Proband:innen zu keinem Zeitpunkt infiziert worden waren.

Im direkten Vergleich zu den nicht infizierten Studienteilnehmer:innen ließen sich bei den infizierten Proband:innen Anzeichen von mittelfristigen Organschädigungen finden. In einer Mitteilung des UKE heißt es: „In der Lungenfunktionstestung konnte bei den Teilnehmenden ein um etwa drei Prozent reduziertes Lungenvolumen sowie ein leicht erhöhter Atemwegswiderstand dokumentiert werden.“

Die Herzuntersuchungen hätten eine durchschnittliche Abnahme der Pumpkraft um ein bis zwei Prozent ergeben, „sowie eine 41-prozentige Erhöhung eines Markerproteins im Blut, welches Auskunft über die Belastung des Herzens gibt.“ Durch eine Ultraschalluntersuchung konnten laut Angaben des UKE zwei- bis dreifach häufiger Zeichen einer erfolgten Beinvenenthrombose nachgewiesen werden. Die Nierenfunktion habe ebenfalls um etwa zwei bis drei Prozent abgenommen.

Positiv ist, dass es keine Verschlechterung der Leistungsfähigkeit des Gehirns gegeben habe. Zudem teilten die Proband:innen in einem Fragebogen mit, dass sie die Veränderungen im Körper selbst nicht spüren würden. Die Ergebnisse der Studie wurden am frühen Mittwochmorgen als sogenannte Fast-Track-Publikation im „European Heart Journal“ veröffentlicht.

Impfpanne: Kinder bekommen zu hohe Dosis der Biontech-Impfung

Im Impfzentrum am Zoo in Hannover haben 21* Jungen und Mädchen den Biontech-Impfstoff mit der höheren Konzentration für Erwachsene gespritzt bekommen. Eigentlich sollten die Kinder den Impfstoff für Fünf- bis Elfjährige erhalten, wie eine Sprecherin der Region Hannover am Montag mitteilte.

Laut Einschätzung der leitendenden Fachärztin des Gesundheitsamtes, Marlene Graf, seien jedoch keine gravierenden Folgen zu erwarten. „Mögliche Nebenwirkungen sollten sich nach unseren Erkenntnissen auf Lokalreaktionen und Fieberreaktionen beschränken. Medizinisch gesehen handelt es sich um eine nicht notwendige erhöhte Dosis des Impfstoffs, die sich nicht negativ auswirken dürften“, sagte Graf der Mitteilung zufolge.

Die Eltern der betroffenen Kinder seien von der Regionsverwaltung direkt telefonisch und per E-Mail informiert worden, hieß es weiter. Das genaue Alter der Kinder sei bisher nicht bekannt.

„Auch wenn keine gravierenden gesundheitlichen Folgen zu erwarten sind, so etwas hätte nicht passieren dürfen“, sagt Regionspräsident Steffen Krach (SPD). „Das darf sich auf keinen Fall wiederholen, wir müssen alle Abläufe noch mal überprüfen.“ Den Fehler werde man umgehend analysieren.

*Anmerkung der Redaktion: In den ersten Berichten war die Rede noch von 42 betroffenen Kindern. Die Untersuchungen hätten jetzt allerdings ergeben, dass doch weniger Kinder betroffen seien, so eine Sprecherin.

4. Januar 2022

Neue Mutation aufgetaucht: Ist sie ansteckender als Omikron?

In Südfrankreich haben Forscher:innen jetzt eine neue Mutation des Coronavirus registriert. Einen Namen trägt sie noch nicht und läuft daher aktuell unter der Bezeichnung B.1.640.2. Sie weist mit 46 Mutationen deutlich mehr auf als der Wildtyp des Virus – die Ursprungsvariante. Das geht aus einer Preprint-Studie hervor, die die Wissenschaftler:innen vom Forschungsinstitut IHU Mediterranée Infection in Marseille veröffentlicht haben. Zum Vergleich: Die Omikron Variante weist 37 Mutationen auf.

In Südfrankreich haben sich offenbar zwölf Menschen mit der neuen Variante infiziert. Der Preprint-Studie zufolge fand ein Ausbruch statt, nachdem eine Person aus Kamerun zurückgekehrt war. Laut Johns-Hopkins-Institut liegt die Impfquote in Kamerun aktuell bei 2,4 Prozent. Die Tests hätten bei den Infizierten eine untypische Kombination von Mutationen gezeigt, schreiben die Forscher:innen. Die Variante sei bereits Anfang Dezember entdeckt worden. Die Studie basiert auf Daten der zwölf infizierten Personen. Es handelt sich hier um eine Studie, die zu diesem Zeitpunkt noch nicht von Fachkolleg:innen begutachtet wurde.

Durch die erhöhte Anzahl an Mutationen könnte nach ersten Erkenntnissen eine deutlich höhere Ansteckung vorliegen. Sie enthält unter anderem zwei bereits bekannte Mutationen: N501Y und E484K. Bei Letzterer handelt es sich um eine sogenannte „Escape-Mutation“, die die Wirksamkeit von Impfstoffen umgehen könnte. Wichtig zu wissen ist allerdings, dass die reine Anzahl der Mutationen keine Aussage darüber trifft, ob eine Variante gefährlicher ist oder nicht. Weitere Aussagen konnten in der Preprint-Studie aufgrund fehlender Daten nicht getroffen werden.

Ergänzung zu den Autor:innen der Studie: Unter ihnen ist ebenfalls der Mediziner Didier Raoult, der für seine umstrittenen Thesen zur Pandemie bekannt ist und sich für den Einsatz des Malariamittels Hydroxychloroquin stark gemacht hat, so der „Spiegel“. Hinzu kommt, dass ihm die niederländische Mikrobiologin Elisabeth Bik vorgeworfen hatte Manipulationen bei mehreren Publikationen vorgenommen zu haben. In einem offenen Brief hatten sich anschließend zahlreiche Wissenschaftler:innen mit Bik solidarisiert.

3. Januar 2022

Jetzt wird es teurer: Mögliche Beitragserhöhung bei den Krankenkassen

„Wenn nichts passieren sollte, dann wird bereits im ersten Halbjahr eine Beitragserhöhung von 0,3 Prozentpunkten notwendig sein, um die Finanzierung sicherzustellen“, sagte der stellvertretende Vorstandsvorsitzende des GKV-Spitzenverbandes, Gernot Kiefer, der „Rheinischen Post“ am Montag. Angesichts eines Milliarden-Defizits im vergangenen Jahr würden die Beiträge zur Pflegeversicherung bereits im ersten Halbjahr 2022 steigen.

Der Grund: Die Gesamtausgaben für 2021 seien etwa um knapp zwei Milliarden Euro höher als die Einnahmen gewesen. Damit würde die Pflegeversicherung „in das neue Jahr auf Kante genäht“ starten, so Kiefer weiter. Sie habe ihre gesetzliche Mindestreserve erreicht, und es gebe dringend politischen Handlungsbedarf zur Stabilisierung der Finanzlage.

Ein Blick in die Zukunft zeige, dass die Lohnerhöhungen von Pflegekräften natürlich durchaus berechtigt sind, sich daraus gleichzeitig aber auch Mehrkosten ergeben könnten. „Dies ist in der Sache gut begründet, aber es sind bis zu rund fünf Milliarden Euro Mehraufwendungen im Jahr – je nachdem, in welchem Tempo man das macht. Nach der jetzigen Konstruktion erhöht das die Eigenanteile der Pflegebedürftigen.“

Noch mehr News? 

Das waren die News aus dem Dezember 2021.

Verwendete Quellen: dpa.de, rnd.de, augsburger-allgemeine.de, morgenpost.de, medrxiv.org, spiegel.de, welt.de, twitter.com

slrBrigitte

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